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Die Oppenweher Klus

(aus der Chronik von Willy Markus)

Bevor die Kirche in Wehdem gebaut wurde, gab es in Oppenwehe bereits eine Kapelle bzw. Klus.

Kirchenchronik: Passus aus der Mindeschen Kirchengeschichte 1753 G.H. Schlichthaber, Pastor Mindesch: "Die Klus stand im Garten des Kolons Rohlfing Nr. 2. Noch heute bezeichnet man diese Stelle als Klusgarten. Die Kapelle stand an geweihter Stätte. Darauf soll die Ortsbennenung Oppenwehe zurückzuführen sein: Op den Weihden = auf dem geweihten Orte."

Vom 14. Jahrhundert bis in die Zeit der Reformation hielt der Probst von Levern alljährlich nach Mariä Geburt (8. September) den Gottesdienst zum Gedenken an die Einweihung (Kirchweihfest).

Dem Gottesdienst schloss sich eine Prozession an. Mit ihr verbunden war die "lange" Kirchmesse oder Kirmesse, die sich von der Klus bis zum alten Postweg hinzog. Besucher kamen von nah und fern, besonders auch aus Ströhen und Wagenfeld.

Wagenfeld war zu der Zeit Wehdem bzw. Oppenwehe eingepfarrt und hatte auch in der Kapelle zu Oppenwehe einen besonderen Eingang, die "Wagenfeldsche Tür".

Der Oppenweher Markt (Kirmes) wird bis heute abgehalten.

1330 erhielt Wehdem eine Kirche. Seitdem wurde für die Oppenweher Gemeinde die Wehdemer Kirche das eigentliche Gotteshaus.

In der Kapelle fanden allmählich nur noch sieben Gottesdienste im Jahre statt. Am Sonntag vor Mariä Geburt und dann noch sechsmal in der Fastenzeit.

Um 1550 kam die Reformation auch nach Oppenwehe, spätestens nach 1583, als im früheren Bistum Minden nur noch evangelisch-lutherische Prediger anerkannt wurden.

Es ist nicht festzustellen, ob die Klus im Dreißigjährigen Krieg abgebrannt ist oder ob sie abgebrochen wurde, weil sie für Oppenwehe zu klein geworden war.

Tatsache ist, dass nach 1648 eine neue Kapelle errichtet wurde.

Sie stand an der Hauptstraße und hatte neben dem Altar einen Taufstein und eine Opferurne.

Unter dem Schalldeckel der Kanzel hing lose eine aus Holz geschnitzte Taube, das Symbol des Heiligen Geistes. Vier schmucke Glasfenster mit Johannes, Paulus, Petrus und Jakobus waren als Kanzelfenster eingebaut. Sie sind noch erhalten und in der Sakristei und in der Taufkammer eingebaut.

1808 wurde neben der Kapelle ein Friedhof (Kirchhof) angelegt.


 

Fotosammlung

1. Klus - Innenansicht
2. Klus - Aussenansicht 1
3. Klus - Aussenansicht 2
4. Klus - Aussenansicht 3
5. Klus - Aussenansicht 4

 

Technische Zeichnungen der ehemaligen "Oppenweher Klus", erstellt von:

Herrn Dipl.-Ing. Jürgen Tiemann und vom
Planungsbüro Erhard Winkelmann

1. Vorderseite
2. Seitenansicht
3. Seitensicht2
4. Rückansicht
5. Grundriss